Anna Weichsel erste Stadträtin in Schweinfurt zum 150. Jahrestag
(1877 – 1952)

15. November 2026
10.30 Uhr
Kulturwerkstatt Disharmonie
Die Schuhfabrik „Silberstein & Neumann“ bot Anna Weichsel als Schäftemacherin Arbeit. Sie politisierte sich in der Schuhmachergewerkschaft, die sehr früh die Frauenrechte auf die Tagesordnung setzte. Die Novemberrevolution 1918 brachte endlich das aktive und passive Wahlrecht für Frauen. Zur Wahl des Stadtrates der Stadt Schweinfurt am 21. Dezember 1919 standen erstmals 6 Frauen zur Wahl, ausschließlich auf den Listen der Arbeiterparteien. Anna Weichsel von der Unabhängigen Sozialdemokratie gelang als einzige Frau der Sprung in das Stadtparlament. Sie sollte bis 1933 die einzige weibliche Vertreterin in diesem Gremium bleiben
Ihre Beteiligung an den Kundgebungen gegen den heraufziehenden Faschismus, ihr Kampf für Frauenrechte und das Mandat als Stadträtin veranlasste die Nazis sie polizeilich zu beobachten und sie kurzzeitig in Haft zu nehmen. Nach der Niederwerfung des Faschismus kandidierte Anna Weichsel nicht wieder für den Stadtrat. Im Stadtteil Bellevue ist seit wenigen Jahren eine Straße nach ihr benannt. Ihre Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie und ihr Einsatz für Frauenrechte wird, in der am Straßenrand angebrachten Beschreibung, nicht benannt.
Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (AsF)- Kreisverband Schweinfurt
Initiative gegen das Vergessen
Disharmonie, Gutermann Promenade 7, 97421 Schweinfurt
Marianne Prowald, Kreisvorsitzende der SPD, Stadträtin und Vorsitzende des Bürger- und Kulturvereins Oberndorf
Gisela Notz, Sozialwissenschaftlerin und Historikerin, die 24 Jahre in der Gartenstadt gelebt hat präsentiert das Konzept des Projektes Wegbereiterinnen und des Kalenders, der für das Jahr 2027 in der 25. Ausgabe erscheint. Sie stellt mehrere Biografien der Jubiläumsausgabe vor.
Norbert Lenhard, Mitarbeiter der Initiative gegen das Vergessen, ruft Anna Weichsel in Erinnerung, die zu ihrem 150. Geburtsjahr in den Kalender Wegbereiterinnen Aufnahme fand.
Für die musikalische Begleitung sorgt Ephemere (Johanna Mangold Klavier, Werner Enke Akordeon, Günter Rudolph Posaune, Jürgen Mohr Saxofon)
Abbildungsnachweis: Anzeige Schweinfurter Tagblatt, 15.01.1919





