Zum Ende der 1970er und zum Beginn der 1980er Jahre entstanden im Westteil der Bundesrepublik Deutschland zahlreiche „soziokulturelle“ Zentren. Angeregt von der Umwelt-, Anti-Atombewegung und von demokratischen Selbstverwaltungsideen entwickelte sich eine Vorstellung von einer Kultur von unten. Im Widerspruch zum bürgerlichen Kulturbegriff nach der Losung: „Dem Wahren, Guten und Schönen“ wollten die alternativen Akteure Kultur und Soziales verbinden, sich politisch gestaltend einmischen und Kultur für alle Menschen zugänglich machen.
Daraus lässt sich der Schriftzug Disharmonie erklären. Die drei Buchstaben „Dis“ stoßen die „Harmonie“ an, um diese in Bewegung zu versetzen. Grundsätzlich wollen die Soziokulturellen Häuser und Initiativen von staatlichen Einflüssen frei bleiben. Aus diesem Grund wird auch die Disharmonie vom Verein zur Förderung von Bildung und Kultur e.V. getragen, der 1983 gegründet wurde. Trotzdem stellt die Disharmonie bis heute regelmäßig einen Antrag auf öffentliche Förderung an die Stadt Schweinfurt und andere staatliche Stellen, weil der freie Träger eine Aufgabe abseits der Hochkultur übernimmt, die üblicherweise die Kommune leisten muss.