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Wilhelm Leuschner

Künstler: Wilhelm Leuschner
Veranstaltungsort: Disharmonie
Datum: Mo, 16.01.2023
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Preis: Eintritt frei
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Die Vermessung der Demokratie


Ein Portrait von Wilhelm Leuschner zum Gedenken an den neunzigsten Jahrestag der Machtübertragung

Der 30. Januar 1933 markiert, mit der Machtübertragung von Reichspräsident Paul von Hindenburg an Adolf Hitler, das Ende der Weimarer Republik und den Übergang zur brutalen faschistischen Diktatur. Bereits in den ersten Monaten schaltete das Regime alle Gegner der neuen Ordnung aus. Die Bundesrepublik Deutschland hat diesen Antifaschisten bisher eine angemessene Würdigung vorenthalten. Allein in Schweinfurt sind mehr als 50 Personen der Arbeiterbewegung bekannt, die in Konzentrationslagern inhaftiert, und mindestens 13, die dort ermordet wurden. Fritz Soldmann, Schuhmacher, Gewerkschafter, Reichstagsabgeordneter und Sozialdemokrat, ist der Bekannteste. Zuletzt verhaftet in der Folge des Attentats auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944, starb er im Mai 1945 an den Folgen fortgesetzter Drangsalierungen.
Wilhelm Leuschner (1890-1944), geboren in Bayreuth, Holzbildhauer, 1928-1933 Innenminister in Hessen, bis 1933 Mitglied des Vorstandes des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB), 1933/34 in den Konzentrationslagern Bürgermoor und Lichtenberg inhaftiert, begann bereits 1939, Kontakte zum Widerstand in konservativen Kreisen aufzubauen. Vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt, wurde er in Plötzensee hingerichtet.
Wer war dieser Mann, der das zivile Netzwerk um das Attentat des 20. Juli herum aufbaute? Im Schatten der militärischen Verschwörung um Stauffenberg war deutschlandweit eine gewerkschaftsnahe Untergrundbewegung aktiv, ohne die der Umsturz nicht hätte begonnen werden können. Wilhelm Leuschner war Kopf der Untergrundgewerkschaft während der NS-Diktatur. Er schuf die Verbindung vom Widerstand der Arbeiterbewegung zum bürgerlich- militärischen Kreis. Für den Fall eines geglückten Attentats war er als Vizekanzler vorgesehen. In Schweinfurt ist eine Straße nach ihm benannt.
Drei Künstler/innen präsentieren in spannender szenischer Inszenierung das engagierte Leben eines mutigen Gewerkschafters, der zur Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus zu einem der lautstärksten Verteidiger der deutschen Demokratie zählte. Ein Mosaik aus größtenteils noch unveröffentlichten Originaldokumenten, verbunden mit Kompositionen für Violine und Klavier fügt sich zum Bild einer beeindruckenden Persönlichkeit.
Die Gedenkveranstaltung ist eine Kooperation der Disharmonie mit dem DGB Kreis Schweinfurt, der Initiative gegen das Vergessen, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der IG-Metall und der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) in der SPD. Gefördert durch die Oskar-Soldmann-Stiftung Schweinfurt.
Martin Schmidl, Kreisvorsitzender des DGB, Einführung
Jan Uplegger - Schauspiel, Yumiko Tsubaki - Violine, Maria Hinze - Flügel, szenische Inszenierung

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Kulturwerkstatt DisharmonieSchweinfurt

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Jürgen Dahlke

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